Wissenschaftliche Grundlagenbildung für die Gaesdoncker Oberstufe
 Wir sind Sternenstaub
Zweimal im Jahr treffen sich alle Kurse der Oberstufe in der Gaesdoncker Aula aus gegebenem Anlass, dem Studium generale, das bundesweit vereinzelte höhere Schulen, aber vor allem Hochschulen eingerichtet haben, um den Schülern und Studenten neben der fachspezifischen Ausbildung fundamentalen Erkenntnisgewinn zu ermöglichen. In Gaesdonck diente der Vortrag am vergangenen Mittwoch, dem 18. April, von 17-18.30 Uhr mit dem Titel „ Wir sind Sternenstaub - woher kommen die chemischen Elemente?“ diesem Zweck. Der Referent Dr. habil. Jörg R. Hörandel ist Assistant Professor of Astroparticle Physics and Astronomy an der Radboud Universität in Nijmegen.

Hrandel

Selbstverständlich bestehe der Mensch zunächst nicht aus Sternenstaub, wüssten wir doch, dass unser Körper zum größten Teil aus Wasser, Eiweißen, den Fetten und Mineralstoffen bestehe. Da sich die körperlichen Substanzen jedoch aus chemischen Elementen zusammensetzten, so der Vortragende, eröffene sich zwangsläufig die Frage nach der Herkunft der verschiendenen Atom basierten Grundstoffe.
In seinem gut einstündigen Beitrag konnte der Wissenschaftler dem interessierten Auditorium plausibel machen, dass die Sterne als Geburtsstätte der chemischen Elemente gelten. Unmittelbar nach dem Urknall habe sich aus einem Pulk von Strahlungsteilchen mit den leichteren Elementen Helium und Lithium das Gerüst der vielfältigen Atomarten, die sich im schulischen Periodensystem der Elemente wiederfinden, gebildet.
Unterstützt durch vielfältige Animationen, erläuterte der Referent, dass tatsächlich die meisten existenziell erforderlichen Grundstoffe in den Sternen entstanden seien. In deren Inneren verschmelze durch Kernfusion Wasserstoff zu Helium, ebenso würden die schwereren Elemente Kohlenstoff, Sauerstoff und nicht zuletzt Eisen erzeugt. Bei weiterer Anlagerung von Neutronen und Protonen bilde sich als Drittes die Fülle der Stoffe mit den schwersten Atomkernen bis hin zum Uran.
So genannte Supernova-Explosionen und in Folge gasförmige Sternwinde sorgten schließlich dafür, dass die in den Sonnen entstandenen Elemente als Sternenstaub ins Weltall gelangten, um dort mit ihren schwereren Teilchen Planeten zu bilden.
Offensichtlich haben wir dieser Milliarden von Jahren dauernden Entwicklung unsere Existenzmöglichkeit auf dem Planeten Erde zu verdanken.

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Studium „Universale“ mit Herrn R. Hörandel  
von Yali Lin (Jgst. 12) u. Anna-Sophia Färber (Jgst.11)

Am 18.04.2012 gab es das zweite Studium generale dieses Schuljahrs, welches aufgrund des Themas in „Universale“ umbenannt wurde. Die Schüler der Oberstufe bekamen einen sehr detailreichen Einblick ins Universum, die dort vorkommenden Elemente und was die Menschen mit diesen zu tun haben. Der Titel lautete: „Wir sind Sternenstaub- woher kommen die chemischen Elemente?“

Nach einer Einführung in die chemische Zusammensetzung des menschlichen Körpers erklärte uns der Physik- und Astronomieprofessor der Universität Nijmegen die verschiedenen Theorien über die Entstehung der Elemente im Weltall. Hierfür erläuterte er uns die unterschiedlichen Elementegruppen, die leichte, wozu etwa Wasserstoff gehört, die mittelschwere mit Sauerstoff und die schwere mit Jod.
Jeder Gruppe liegt demnach eine andere Entstehung zugrunde. Anhand vieler anschaulicher Animationen stellte Prof. Hörandel dar, wie die leichten Elemente unmittelbar nach dem Urknall entstanden seien, die mittelschweren in Sternen (durch sogenannte Fusion) und die schweren durch Supernovae, d. h. explodierende Sterne. Schließlich ging er noch einmal auf die Verbindung zwischen diesen Vorkommnissen und den Bestandteilen des menschlichen Körpers, also eben jenen Elementen, ein. Ein Beispiel: Die Elemente Wasserstoff, Sauerstoff und Iod entstehen auf die oben genannte Weise und sind wichtige Komponenten unseres Körpers.
Am Ende ging er noch auf sehr fachkundige Weise auf Fragen der Schüler ein.

Dank an die Fachschaft Physik, resp. Dr. A. Becker, für die Vorbereitung der Veranstaltung und natürlich an Herrn Prof. Hörandel für diesen informationsreichen Vortrag.